über mich

seinsart

irgendwann habe ich erkannt, dass ich lebe, um des lebens willen. und dass ich nichts zu tun brauche, um mir meine daseinsberechtigung und die liebe anderer menschen zu verdienen oder gar zu erkämpfen. als ich dieses wissen integriert hatte, wurde mir in der folge bewusst, dass es an mir liegt, ob ich mein leben mit liebe und lebendigkeit fülle oder nicht. es liegt in meiner hand. ich bin weil ich bin. und es ist gut. zu sein. in meiner präsenz zu sein. in meiner verantwortung zu sein. in der ausrichtung von erde und himmel, von himmel und erde zu sein. dann entsteht das, was im einklang mit meiner inneren wahrheit schwingt, aus mir selbst heraus. so ist auch meine praxiswerkstatt seinsart entstanden. und die stolpersteine? sie gehören mit dazu! seit ich sie nicht mehr mühsam zu umgehen versuche, sondern sie sorgsam in meiner inneren schatztruhe sammle – ein jeder einzelne eine kostbare erfahrung für sich –, fühle ich mich nicht nur steinreich, sondern auch frei, die wege zu gehen, die mein leben mir gerade anbietet. dass dies möglich wurde, hat viel mit meinem verhältnis zum tod zu tun. seit er mir nicht mehr feind ist, und ich ihn als einen integralen bestandteil des lebens selbst anerkenne, fürchte ich mich nicht mehr, zu blühen.

fährfrau

als fährfrau habe ich tatsächlich auch beruflich viel mit dem tod zu tun. bestattungshandwerk und abschiedsgestaltung sind die zentralen tätigkeitsbereiche dieses berufs, den ich als teil des fährfrauen-netzwerks ausübe. als fährfrauen begleiten wir verstorbene von der welt der lebenden hinüber in die welt der toten und sind auch für ihre angehörigen da. gemeinsam mit ihnen gestalten wir den abschied. wir schreiben und verlesen die totenrede und führen als religionsneutrale fachfrauen durch die beerdigung auf dem friedhof oder durch die naturbeisetzung an einem geeigneten ort. und immer wieder ist es mir eine ehre, mich ans ruder zu stellen, wenn sich wieder eine – der erdgebundenheit eben erst enthobene – seele zu mir ins boot setzt, um den grossen fluss zu überqueren.

erzählkunst

märchen sind wie lieder einfach nicht wegzudenken aus meinem leben. wie eine art goldenes schmieröl sorgen sie dafür, dass alles rund läuft. sie rücken alles wieder zurecht, was zuweilen aus den fugen gerät, und ebnen den kleinen und grossen wundern in meinem leben den weg. märchen erzählen ist in meinem fall pure lebensfreude. als erzählerin bin ich bereits seit jahren unter dem künstlerinnennamen dorastochter unterwegs.

ausbildung

mein leben hat mir viele möglichkeiten geschenkt, erfahrungen zu sammeln, meine wahrnehmung zu verfeinern, meine anlagen auszuprägen und weiter auszubilden. es war vor allem meine langjährige krankheit, die meine entwicklung prägte. durch sie habe ich viele sehr tiefe erfahrungen gemacht und bin schliesslich auch meiner eigenen spiritualität wieder nahegekommen. ich freue mich, darf ich weiter neugierig sein und ein leben lang in bewegung bleiben.

daten

1976|  geboren

1998 | buchhändlerin

2003 | abitur abendschule berlin

2014 | abschluss märchenschule mutabor

2015 | rubrik „märchen, mythen, bräuche“ in der zeitschrift „märchenforum“

2017 | fährfrau – tod und abschied im lebensfluss

2018 | praxiswerkstatt seinsart